Prüfungszeit - Lernen

Ein Survival-Guide für die Prüfungszeit

Der Jänner. Grau. Kalt. Am liebsten würdest du dich den ganzen Tag zuhause verkriechen, Netflix schauen und dabei die letzten Weihnachtskekse aufessen. Aber da war ja noch was – du musst lernen, nächste Woche steht die erste Prüfung an und die Seminararbeit schreibt sich auch nicht von selbst. Im Jänner ist an den meisten Unis Klausurphase. Ich habe in meiner Zeit an der Uni so einige Prüfungsphasen, Bachelor- und Masterarbeit erfolgreich gemeistert und im Laufe der Jahre einige Tricks für lernintensive Phasen entwickelt. In diesem Beitrag möchte ich dir meine 5 effektivsten Tipps mitgeben, wie du die anstehende Prüfungszeit strukturierter, konzentrierter und motivierter meistern kannst.

Plane deinen Tag

Dieser Tipp ist vor allem für all jene essenziell, die hauptberuflich studieren oder nebenbei maximal Teilzeit arbeiten. Gegen Ende des Semesters hast du nur noch vereinzelt Uni, den Großteil der Zeit musst du dir jedoch selbst einteilen. Und genau hier liegt die Gefahr, am Ende gar nichts weiter zu bringen. Denn die meisten von uns brauchen, um produktiv sein zu können, eine Tagesstruktur. Da sie nun nur mehr sehr lose vorgegeben ist, musst du sie selbst gestalten. Und zwar so genau wie möglich.

Schreibe dir einen Tagesplan. In diesen trägst du ein, wann du aufstehst, lernst, isst, Pausen machst usw. Versuche, jeden Tag zur gleichen Zeit aufzustehen. Für Frühaufsteher kann 6 Uhr optimal sein, für Langschläfer eignet sich vielleicht 9 Uhr besser, aber du willst den Vormittag jedenfalls nützen können, um deine erste größere Lerneinheit hinter dich zu bringen. Im Tagesplan ist auch festgelegt, bis wann du lernst und daran solltest du dich ebenfalls halten. Es macht keinen Sinn, rund um die Uhr lernen zu wollen – du brauchst deinen Feierabend zur Erholung.

Prinzipiell solltest du dich möglichst genau an deinen Plan halten, es ist jedoch wichtig, ihn zu adaptieren, wenn sich Teile davon als ungünstig herausstellen. Hast du dir zB. zu lange oder zu viele Lernzeiten eingeplant, an deren Ende du dich nicht mehr konzentrieren kannst, solltest du sie kürzen. Ein Plan, den du nie einhalten kannst, wird dich nur frustrieren. Bei einem passenden Plan hast du jedoch am Ende des Tages das gute Gefühl, etwas geschafft zu haben – ohne dich völlig ausgebrannt zu fühlen.

Gestalte deinen Arbeitsplatz

Dein Arbeitsplatz sollte ordentlich und sauber sein und alles griffbereit haben, was du brauchst – aber eben nicht mehr. Für mich waren das ein Krug Wasser, meine Lernunterlagen, etwas zum Schreiben und (in der Schnupfenzeit) eine Packung Taschentücher. Klingt banal, aber es gibt kaum Nervigeres, als wenn du jedes Mal aufstehen musst, wenn du Durst hast oder dir die Nase putzen musst. Denk dran – je weniger Unterbrechungen, desto besser.

Mach Pausen – aber richtig!

Eine gute Art der Unterbrechung gibt es dann doch: Pausen! Aus Studien wissen wir, dass regelmäßige Pausen die Leistungsfähigkeit fördern – und Menschen im Allgemeinen zu wenige davon machen. Wichtig ist, dass du bewusst Pausen machst, in denen du dich erholen kannst. Deine Pausen sollten zeitlich (und wenn möglich auch räumlich) von der Arbeit getrennt sein. Während dem Lernen mal eben fünf Minuten surfen ist keine erholsame Pause. Steh lieber vom Schreibtisch auf, beweg dich ein bisschen, trink Wasser oder iss einen kleinen Snack. Dein Körper signalisiert dir, wann er eine Pause braucht. Sobald du das Gelesene sofort wieder vergisst oder nur noch in die Luft, statt ins Buch schaust, wird es Zeit, die Arbeit mal kurz liegen zu lassen.

Wenn du den ganzen Tag lernst, solltest du zumindest eine längere Pause von ein bis zwei Stunden machen. Nütze sie, um an die frische Luft zu gehen, etwas Leichtes zu Essen oder ein kleines Schläfchen zu machen (das festigt das Gelernte im Gedächtnis). Auch Sport ist eine super Möglichkeit, den Kopf freizubekommen und dabei das Gelernte gedanklich zu festigen.

Vergiss auch nicht darauf, freie Tage einzulegen. Einmal das Wochenende durchzulernen kann sehr produktiv sein, aber wenn du wochenlang keinen (lern)freien Tag hast, kostet dich das im Endeffekt Leistungsfähigkeit und kann sich auch negativ auf deine Gesundheit auswirken. Genauso sollte dir, wie weiter oben schon erwähnt, dein Feierabend heilig sein. Du brauchst fixe Zeiten, in denen du ohne schlechtes Gewissen nichts für die Uni tust – das hast du dir auch verdient!

Verabschiede dich von deinem Handy

Das ist für mich einer der wichtigsten Tipps. Es bedeutet natürlich nicht, dass du dein Handy entsorgen sollst. Während du lernst, sollte es jedoch außer Hör-, Sicht- und Reichweite sein. Denn jedes Mal, wenn wir beim Lernen durch eine Nachricht gestört werden, bringt uns das aus der Konzentration und wir müssen uns erst wieder mühsam einarbeiten. Und auch der unbewusste Griff zum Handy oder kurz mal Durchscrollen, wenn wir uns langweilen, kostet uns nicht nur viel Zeit, sondern auch wertvolle Konzentration. Lerne lieber eine Stunde völlig ungestört als eineinhalb Stunden voller Ablenkung durch dein Handy. Gleiches gilt fürs Internet, wenn du am Laptop lernst. Wenn du es nicht schaffst, dich selbst vom Surfen abzuhalten, dreh lieber das WLAN ab.

Ich würde dir auch raten, in Lernphasen ganz auf Social Media und Handyspiele zu verzichten, da sie große Konzentrationsfresser sind. Falls du das nicht möchtest, kannst du dir abends nach dem Lernen (nicht zu knapp vor dem Schlafengehen) ein Zeitfenster freihalten, um bewusst Social Media zu checken oder zu spielen. Halte dir jedoch auf jeden Fall die Zeit nach dem Aufstehen, Lernpausen und die Zeiten kurz vor und nach dem Lernen Social Media-frei. Dein Gehirn braucht diese Pausen, um sich aufs Lernen vorzubereiten und das Gelernte zu verarbeiten. Deine Aufmerksamkeit wird es dir danken.

Vergiss nicht auf die Belohnung!

Für mich war das einer der wichtigsten Tricks, mich selbst zu motivieren. Überlege dir etwas Angenehmes, das du erst machst, wenn du mit dem Lernen für den Tag fertig bist. So hast du etwas, worauf du dich freuen kannst – und auch einen Grund, mit dem Lernen nicht zu lange herumzutrödeln. Das kann ein Treffen mit Freunden sein, dein Lieblingsessen, ein guter Film – was immer dir Spaß macht! Hauptsache, du machst es wirklich erst nach dem Lernen.

Ich hoffe, meine Tipps konnten dir helfen, dich auf die nächste Prüfung oder Arbeit gut vorzubereiten! Wenn du selbst noch ein paar gute Lerntipps hast, teile sie gerne mit mir und den anderen LeserInnen in den Kommentaren!

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4 Kommentare zu „Ein Survival-Guide für die Prüfungszeit“

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    1. the golden twenties

      Liebe Sarah,

      danke für dein Feedback! Ich freue mich sehr, dass dir meine Tipps helfen konnten!

      Liebe Grüße,
      Magdalena

  2. Pingback: Wie finde ich das richtige Studium? - the golden twenties

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